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Published on October 16th, 2017 | by Frederick

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Serie: ich träumte davon, bei der SBB zu arbeiten

Kindheitserinnerung in Bildern (1. Folge)

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April 1959: Mein Vater als Sicherheitswärter bei Gümligen

Ich (Jahrgang 1927) wurde in der Krisenzeit geboren. Während der 2. Weltkrieg tobte, absolvierte ich bis 1943 die Schule. Mein Vater war Bahnarbeiter und das hat sozusagen mein ganzes Leben bestimmt. Ich war sehr froh, dass mein Vater das ganze Jahr durch Arbeit und somit Lohn hatte, denn das gehörte nicht zur Normalität. Ich war stolz auf meinen Vater, der 250.- im Monat nach Hause brachte und träumte davon, ebenfalls einmal auf der Bahn zu arbeiten.
Ich wuchs in einem Bahnwärterhäuschen auf. Ich verbrachte sozusagen den Grossteil meiner ersten 16 Lebensjahre in einer Entfernung von 7m von einer 15 Kilovolt-Stromleitung. Dass ich mich heute mit 90 Jahren noch so gesund fühle, verdanke ich neben der sauberen Energie bestimmt auch der abgasfreien Luft. Es war damals eine ländliche Gotthelf-Welt in der wenig passierte und alles von Hand erledigt werden musste.

Zum Beispiel die Gleisarbeiten. Der schwere Schotter und die Schienen wurden von meinem Vater und seinen Rottenkollegen in Handarbeit bewegt. Dann wurde darunter frischer Schotter gestreut. Das Schotterbett musste auch periodisch verdichtet werden. Mit dem Pickel wurde dafür stundenlang der Schotter unter die Gleise „gestopft“. Es kam dann auch vor, dass die Bahnarbeiter zu spät informiert wurden, wenn ein Zug kam und es zu Unfällen kam. Trotzdem hat mich die Eisbahn immer fasziniert. Wenn damals jeweils eine Dampflok vom Werk in Thun nach Bern zum Depot fuhr, liefen wir auf eine Anhöhung, um uns das Spektakel anzu-sehen: da die Fahrstrecke bereits elektrifiziert war, konnten wir die Luft über dem Dampfausstoss der Lok pulsieren sehen.

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April 1959: Mein Bruder Walter (oben rechts) beim Planieren des Schotters.

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Mitte 30er Jahre bei Uttigen: Bahndienst-Rotte beim Gleisstopfen (Krampen) – mein Vater war dabei.

Damals war der Besuch der Sekundarschule noch keine Selbstverständlichkeit. Ich war nur gerade 11 Jahre alt und hatte die obligatorische Schulzeit schon vollbracht! Meine Eltern konnten sich keine Schulgelder leisten und ich musste fürchten, im weiteren Leben einer Geringschätzung zu begegnen, die damals Menschen mit einer minimalen Ausbildung entgegenge- bracht wurde. Dank dem Engagement eines Lehrers und der Unterstützung der Gemeinde durfte ich dann doch noch in die Sek, wofür ich allerdings alle 3 Monate 12 Franken zusammenkratzen muste.
Wegen des tobenden Krieges wurde dann eine Ortswehr aufgebaut und die älteren wehrunfähigen Senioren übten sich darin, die Gewehre vom 1. Weltkrieg flott zu machen. Wir 15-16 jährigen Jungs wurden dabei als Meldeläufer eingesetzt, denn in dieser Zeit gab es gerade Mal 4-5 Telefone in unserem Dorf.

Mit 16 Jahren war es dann Zeit selber etwas zu verdienen. Dank dem Französisch, dass ich in der Sek gelernt hatte, fand ich einen einfachen Job als Kurier in Lausanne. Ich verteilte Brote im hügeligen Teil der Stadt und verdiente dabei 20 Franken pro Monat. Aufgrund meiner Sprachkentnisse ergab sich aber bald die Gelegenheit, als Chasseur für das Grand Hotel Royal zu arbeiten. Das war ein Aufstieg! Ich verdiente nun 60-70 Franken und durfte eine Menge interessanter Dinge erledigten: neben allerlei Besorgungen bediente ich auch das Telefon der Rezeption: es galt, den jeweiligen Stecker am richtigen Ort einstecken, um den richtigen Gast zu verbinden.
Als Lift-Boy war es auch meine Verantwortung die Gäste zu chauffieren. Es gab damals einen Hebel, um den Lift nach oben oder nach unten zu bewegen. Man musste diesen Hebel im richtigen Moment stoppen, damit der Lift ungefähr auf der richtigen Höhe hielt. Jüngeren und einfacheren Leuten konnte ich es auch mal zumuten, einen Schritt auf die Lift-Ebene zu tätigen. Bei gediegeneren Gästen hingegen, war das anders.
Dazu gehörte auch die spanische Königin samt ihrem Hof. Es gab während des 2. Weltkrieg eine Menge namhafter Leute die sich in der Schweiz aufhielten und das Hotel Royal profitierte davon erheblich. Spionage-Aktivitäten, Politik und vieles, das sich damals in meinem Hintergrund abspielte war mir als getreuer Dienstjunge nicht bewusst und erst Jahre später ist mir ein Licht aufgegangen.

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Juli 1947: Als Stionsbeamter in Aesch BL

Dank meiner zumeist selbst angeeigneter Kentnisse in Geografie und Sprachen schaffte ich nach dieser Zeit die Anstellung bei den SBB, wo ich über Jahre als Stationsbeamter arbeitete und auch viel rum gekommen bin. Nun war ich auf einmal selber verantwortlich für die Zugverkehrsleitung und damit auch für die Sicherheit der Bahnarbeiter.
Später und während mehr als 20 Jahren war ich dann auf der Generaldirektion der SBB tätig.

Mit der Fotografie beschäftige ich mich seit ich 20 Jahre alt bin. Damals hatte ich noch eine sehr einfache Kamera. Am Besten erinnere ich mich noch an meine RolleiFlex mit der ich 12 Bilder à 6×6 schiessen konnte.
Ich habe von all meinen Reisen über 15000 Dias zu Hause und etwa 1500 davon hab ich inzwischen bei ScanCorner digitalisieren lassen.

An meinem PC kann ich die Bilder nun nachbearbeiten sortieren und mich damit wieder an meine interessanten Reisen erinnern und schönen Kindheitserinnerungen erfreuen. Ich war schon fast überall in Europa und 3-4 Mal in Uebersee. Aber einen Lieblingsort hab ich nicht. Mir gefällt es überall, jeder Ort hat seinen eigenen Reiz!

Möchten auch Sie uns Ihre persönlichen Lebensgeschichten erzählen, kontaktieren Sie uns gerne telefonisch unter 044 586 58 08 oder über unser Kontaktformular.
Wenn Sie Fragen haben, wie wir Ihre analogen Medien digitalisieren können, stehe wir Ihnen unter der angegebenen Nummer ebenfalls zur Verfügung oder klicken Sie auf folgende Links:

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